Crowdfunding-Kampagne will Satoshi Nakamoto enttarnen


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Eine Crowdfunding-Kampagne auf BoomStarter sammelt zur Aufdeckung der Identität von Satoshi Nakamoto 4,7 Millionen Rubel, umgerechnet 70.000 US-Dollar. Fast die Hälfte ist bisher eingegangen. Eine Gruppe von Krypto-Enthusiasten will den Erfinder des Bitcoin enttarnen. Privatdetektive in Japan, den USA und Europa sollen den Ersteller des White Papers der weltweit ersten Blockchain finden.

Über 1.500 Personen war es schon etwas wert, die Identität des Erfinders der weltweit ersten Kryptowährung in Erfahrung zu bringen. Als 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine oder mehrere Personen das populäre White Paper veröffentlichten, wackelten die Grundfesten der Finanzwelt. In diesem Jahr erschütterte eine heftige Finanzkrise zunächst den US-amerikanischen Immobilienmarkt, später schlug die Welle auf diverse andere Bereiche über. In der Folge musste man Banken schließen und ganze Länder stützen. Aus Sparmaßnahmen wurden Monate später weltweit unzählige Mitarbeiter entlassen oder Freiberufler nicht mehr beauftragt. Die mehr und mehr unregulierte Finanzwelt benötigte neuen Input. Den Zeitpunkt der Veröffentlichung des White Papers hätte man nicht günstiger wählen können.

Die CIA will von nichts etwas wissen

Die Idee des Bitcoin und der Blockchain wurde realisiert, einzig die Identität des oder der Erfinder ist bis heute unklar. Die CIA antwortete kürzlich auf eine Anfrage des Journalisten Daniel Oberhaus und gab sich bei der Antwort höchst zwielichtig. Man könne für die Behörde die Existenz von Dokumenten über Nakamoto weder verneinen noch bestätigen. Dementsprechend lehnte die CIA die Anfrage des Motherboard-Redakteurs nach dem Freedom of Information Act (FOIA) ab. Derart mehrdeutige Antworten werden von Geheimdiensten gegeben, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel steht, oder man dadurch die Privatsphäre einer Person schützen will. Von der zentralen Sicherheitsbehörde FBI erhielt Oberhaus einfach gar keine Antwort.

#findsatoshi – Was soll die Crowdfunding-Kampagne bringen?

Unter dem Hashtag #findsatoshi haben die Unterstützer der Kampagne in den letzten Tagen jede Menge Aufmerksamkeit generiert. Mehr als die Hälfte der 70.000 US-Dollar fehlen noch, um die Kosten zu decken. Allerdings geht die Nachricht derzeit durch zahlreiche Medien. Manche Kritiker hinterfragen, ob die Aktion möglicherweise der Verunsicherung der gesamten Community dienen soll. Wieder andere begrüßen die Suche nach dem Urheber der Blockchain. Viele fragen sich, wie man diesen davon überzeugen will, den Bitcoin zu verbessern, um seiner Verantwortung gerecht zu werden. Natürlich wäre es spannend zu wissen, wer dafür verantwortlich ist. War es eine einzelne Person, eine Gruppe, eine Firma oder geschah es gar im Auftrag einer Regierung? Mit welcher Motivation gingen die Schaffer an ihr Werk? Was wollten sie damit langfristig erreichen?

Doch an der Tatsache, dass der Kurs fragil ist, würde eine Aufdeckung der Identität nichts ändern. Im Gegenteil, im Fall einer Aufdeckung wäre mit enormen Kursschwankungen zu rechnen. Dazu kommt: Wer hat schon das Recht, jemanden zu enttarnen oder ihn dazu zu drängen etwas zu tun, was sie oder er gar nicht möchte? Wer garantiert, dass man die Verschwiegenheit bewahrt, sollte der Urheber dies wollen? Diese und viele andere Fragen beantwortet weder die Ankündigung noch das Video zur Crowdfunding-Kampagne.

BTC-ECHO

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