Investition: Tipps von der Credit Suisse


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Die Credit Suisse hat einen ausführlichen Equity Research zur Investition im Bereich Blockchain herausgegeben. Dabei beleuchtet sie die Vor- und Nachteile der Blockchain und ihrer Anwendungsgebiete für (potentielle) Investoren.

Die Credit Suisse Group AG zählt zu den größten global tätigen Finanzdienstleistungsunternehmen. Mit weltweit rund 45.800 Mitarbeitern, mehr als 100.000 Firmenkunden und einem Beschäftigungsfeld im Investment Banking, Private Banking und Vermögensverwaltung scheint es nicht sehr abwegig, sich mit der Blockchain-Technologie zu befassen. In einem über 100-seitigen Bericht präsentiert sie nun kürzlich ihre Ergebnisse. Sie zeigt darin unter anderem Punkte auf, wie die Technologie auf potentielle Anleger wirkt. Eine Zusammenfassung.

ICOs – ein zweischneidiges Schwert für Anleger

„Der Grundgedanke eines ICOs – wenn man es richtig macht – ist es, ein besitzloses System für jeden zu erschaffen, kein Business. Es existieren nicht viele andere Möglichkeiten, so etwas zu tun“,

meint Matt Levine, Bloomberg View.

Trotz der immer wieder auftretenden Scams rund um die Initial Coin Offerings, preisen die Macher der Studie die Vorteile von ICOs. Die Möglichkeit, Dateien dezentral zu entwickeln und zu verkaufen, sei ein grundlegender Vorteil von ICOs. Dass Investoren dann direkt ohne vermittelnde Institutionen in die Entwickler investieren können, werten die Analysten als Chance. Um für eine Investition hier den richtigen Griff zu tätigen, gilt es, einige Punkte zu beachten. (Unser Tipp: White Paper lesen und Use-Cases überprüfen!).

Dapps

Als Grundlage eines neuen Ökosystems heben die Macher der Studie dezentrale Apps – kurz: Dapps – hervor. Ähnlich wie bei den ICOs ist hier die Auslagerung für gewöhnlich zentralisierter Prozesse attraktiv. Entwickler veröffentlichen ihre Software auf dezentralen Plattformen. Dadurch benötigen sie auch keine großen Player mehr, die ihre Software verteilen. Wie bei Lisk steht hier das Ideal für mehr Eigenverantwortung bei den Entwicklern und Nutzern im Vordergrund, dass das System letztlich auch für Anleger interessant macht.

Investition: Pro und Contra der Blockchain

Sicherheit

Eine Gefahr, die gegen die Sicherheit der Blockchain immer wieder aufgeführt wird, sind Quantencomputer. Mit ihrer Fähigkeit, sehr viel schneller als gewöhnliche Computer zu arbeiten, stellen sie eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit von Blockchains dar.

Dahingehend führen die Autoren den Shor-Algorithmus aus. Dieser könne theoretisch auf die Mechanismen eingreifen, die die Public und Private Keys bei Bitcoin und Ethereum generieren. Damit könnten potentielle Angreifer Transaktionen fälschen und das Guthaben von Wallets ziehen. Laut Studie funktioniere das allerdings nur bedingt. Um diese Gefahr weiter zu relativieren, betonen die Autoren ferner, dass die Verwendung von Quantencomputern – vor allem im privaten Bereich – noch in ferner Zukunft liege.

Banken, Kryptowährungen & Regulierung

In Bezug auf das Verhältnis von Banken, Kryptowährungen, Blockchain und Anlegern, verweisen die Autoren zunächst auf Regulierungsfragen. Schließlich macht es die unsichere rechtliche Lage (vgl. Südkorea) im Bereich der Kryptowährungen den Banken (und nicht nur diesen) schwer, einen Umgang mit dem Handel von Kryptowährungen zu finden.

Hier heben die Macher der Studie vielmehr Anwendungsbeispiele wie das SWIFT Blockchain-Projekt hervor.

Börsen

Auch hier heben die Analysten eher die „indirekten“ Anwendungsgebiete der Blockchain-Technologie hervor. Statt sich wie bei den ETF und Futures auf die Kursentwicklung und deren Monetarisierung zu fokussieren, arbeitet die Studie infrastrukturelle Vorteile heraus. Vor allem im Bereich des Datenmanagements und der Effizienz in administrativen Prozessen sehen sie sichere Anlagegebiete. Hier verweisen sie auch auf das CHESS-Projekt der australischen Börse.

Sie betonen jedoch auch, dass es bei solchen Anwendungen Probleme in Fragen der Interoperabilität gibt. So seien viele „alte“ Systeme nicht kompatibel mit der „neuen“ Technik. Des Weiteren sei die Blockchain für Verifizierungsprozesse aufgrund ihrer hohen Dauer eher ungeeignet. (Ein Blick auf abweichende Verfahren könnte hier helfen).

Die Autoren gehen in diesem Zusammenhang davon aus, dass man es mit einem schleichenden Prozess der Adaption zu tun hat. Hier sei Angus Scott, Head of Product Strategy bei Euroclear Group, zitiert:

„Es wird nicht auf einmal einen Punkt geben, an dem die Welt sich der Blockchain zuwendet. Während sie sich entwickelt, wird sie sich einschleichen und man wird es wahrscheinlich gar nicht richtig bemerken. Sie ist einfach die bessere Möglichkeit, Daten in bestimmten Umgebungen zu verteilen.“

Bis sich die Blockchain schließlich in den öffentlichen Sektor „eingeschlichen“ habe, dauere es noch mindestens 5 Jahre.

Real Estate

Auch im Bereich der Immobilien verweist die Studie auf die organisatorischen Fähigkeiten der Blockchain. Sie könnte nicht zuletzt den Kauf und den Verkauf von Immobilien und Land verbessern, indem menschliche Fehler vermieden werden. Mit Smart Contracts könnten zudem Kaufverträge autonom ausgestellt und ausgeführt werden. (Wer doch direkter investieren möchte, kann sich BrickBlock anschauen).

Fazit

Bei den zahllosen Möglichkeiten, mit denen die Blockchain und deren Anwendungsgebiete momentan aufwarten, ist es (nicht nur für Anleger) schwierig, den Überblick zu behalten. Die Credit-Suisse-Studie bietet nun einige Anhaltspunkte zur groben Orientierung. Natürlich gilt wie immer: Nicht mehr investieren, als man verkraften kann. Ansonsten: Ruhig bleiben.

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